Das Zusammenspiel der Mikroorganismen im Boden und die Frage, wie es gefördert werden kann, um reichlich Humus für ein gesundes Pflanzenwachstum zu erzeugen, ist unser Jahresthema.
Gerüchten zufolge soll dies in der Hostet Elfenau, dem Gemeinschaftsgarten im Elfenau-Quartier in Bern, ganz ohne Jäten und Giessen hervorragend funktionieren.
Das wollten wir uns näher ansehen. Der Schlüssel scheint eine Technik der Permakultur zu sein: die «Wasen-Pizza»-Pflanzinseln.
Am Samstag, dem 24. August, bei perfektem Wetter, wurden wir von drei engagierten Menschen aus dem Elfenau-Quartier herzlich empfangen. Mit viel Elan führten sie uns durch ihren Gemeinschaftsgarten, einem Netzwerk aus Pflanzinseln, auch „Pizzen“ genannt.
Eine solche Pizza wird direkt auf der Grasnarbe angelegt und mit zahlreichen Schichten Mulch aus der nahegelegenen Gärtnerei bedeckt. Jäten und Bewässern sind überflüssig. Das Konzept basiert auf der Nachahmung eines Waldbodens, dessen ausgedehntes Pilznetzwerk in herkömmlichen Gärten oft durch Graben oder Hacken gestört wird.
Wer sich hier ein ausgefeiltes «Rezept» zum nachhaltigen Aufbau der Bodenfruchtbarkeit erwartete, wurde eines Besseren belehrt.
Das Erfolgsgeheimnis dieses aussergewöhnlichen Ortes ist die unkomplizierte Art, wie ein loser Zusammenschluss von tatkräftigen Menschen eine Wiese zu einem wunderbaren Garten umgestaltet hat. Auf der Webpage der Hostet wird das sehr treffend formuliert: «Der Gemeinschaftsgarten ist ein Lern- und Experimentierort, ein Ort für Beobachtung, Begegnung und Austausch.»
Bei einem sehr feinen Apéro und anregenden Gartengesprächen liessen wir den Nachmittag ausklingen. Was habe ich von diesem Besuch mitgenommen?
Einen Garten direkt auf einer Wiese anzulegen ist einfacher, als man denkt – selbst für Anfänger.
Beobachten, ausprobieren und vor allem einander zuhören statt dogmatisch vorzugehen – das ist das Erfolgskonzept des Gemeinschaftsgartens.
Wasen-Pizza-Pflanzinseln: siehe https://www.hostet-elfenau.ch/
